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Lackaufbereitung mit Naßschleifen

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  • Lackaufbereitung mit Naßschleifen

    Anhand dieses Beispiels wollte ich einmal zeigen was man aus einer drittklassigen Lackierung mit „Geduld und Spucke“ noch herausholen kann. Hier geht es nicht um reines Polieren eines ungepflegten oder verwitterten Lackes, nein es geht um das Beseitigen von Orangenhaut, Staubeinschlüssen, Lackunebenheiten und tiefen Kratzern.
    Dazu schleift man den Lack mit Naßschleifpapier glatt und poliert ihn anschließend auf Hochglanz. Das Lackbild bekommt echten Spiegelglanz, weil die Flächen viel gleichmäßiger sind als davor, wie bei einem Glasspiegel eben. Oberflächlich betrachtet sieht ein gepflegter Lack auch schon gut aus, aber im direkten Vergleich mit einem geschliffenen Lack sind das nochmal Welten. Bei ganz hochwertigen, teueren Marken werden die Autos schon ab Werk so behandelt.

    Hier einiger Bilder des Ausgangszustandes. Man sieht Orangenhaut, Bläschen und Lackeinschlüsse.

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    Pininfarina Spidereuropa 2,0 DS 1983 rot, seit 2/1984, nach 9 Monaten vom Erstbesitzer gekauft.
    Fiat 124 Spider AS 1400 1968 gelb, seit 5/2018

  • #2
    Man muß natürlich sehr vorsichtig sein, die Lackschicht ist dünn. An Kanten sollte man besonders aufpassen oder ganz abkleben. Ich schleife meist mit Körnungen zwischen 1500 und 3000. Zum Polieren benötigt man eine Rotationsmaschine mit den entsprechenden Pads und der geeigneten Politur. Übung und Erfahrung im Umgang mit der Maschine ist Voraussetzung.

    Einige Aufnahmen während der Bearbeitung.

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    Zuletzt geändert von jojo; 16.05.2020, 00:19.
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    • #3
      Nach der Politur.

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      • #4
        Vorher/Nachher

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        • #5
          Endergebnis. Zeitaufwand ca. 20 Stunden.

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          • #6
            wow !!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

            sieht das gut aus
            gruß
            holger
            spider-krefeld

            FIAT 124 SPIDER KREFELD / NRW

            Feuer In Allen Töppen



            85.Stammtisch 124fiatspider.de/Forum/NRW

            am 05.07.2020 , ab 10.30 Uhr im Cafe del Sol in Krefeld

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            • #7
              Das sieht perfekt aus! Ich schiebe eine Neulackierung meines mäßig überlackierten Spiders seit Jahren vor mir her - wenn ich Dein Ergebnis sehe, wäre das eine Alternative für mich. Wie bist Du beim Schleifen vorgegangen? Hast Du den (Nass)-schliff von Hand oder mit einer Maschine ausgeführt?
              Grüße Sven
              Zuletzt geändert von orange124; 16.05.2020, 17:08.

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              • #8
                Hallo, ich finde es auch sehr gut. Welche Polituren hast du genommen? Ich glaube mal gelesen zu haben das man nur gerade schleifen soll, keine Kreise machen die kann man nur schwer raus polieren.
                Gruß Roland
                Fiat Spider DS Bj.1985

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                • #9
                  ja mach mal bitte eine detailierte arbeits-anleitung und material-liste für unser forum

                  gruß
                  holger
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                  • #10
                    Ich gebe gerne meine Erfahrungen weiter, das wird vielleicht etwas umfangreicher, heute reicht mir die Zeit nicht, bitte noch etwas Geduld.
                    Pininfarina Spidereuropa 2,0 DS 1983 rot, seit 2/1984, nach 9 Monaten vom Erstbesitzer gekauft.
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                    • #11
                      Es ist schwierig eine allgemein gültige Anleitung für das oben gezeigte zu erstellen. Die Bearbeitung hängt von vielen individuellen Faktoren ab.
                      Man sollte sich mit den Grundsätzen der Lackpflege schon etwas auskennen und Anwendererfahrung haben. Natürlich benötigt man auch die richtigen Pflegeprodukte und das technische Equipment.
                      Im Netz findet man viele Infos. Ich habe sehr viel im autopflegeforum.eu gelernt, aber das Wichtigste ist einfach Übung und Erfahrung.


                      Was braucht man oder was sollte man haben:
                      1. Mindestens eine Poliermaschine, hier unterscheidet man Rotations- und Exzentermaschinen. Für Anfänger sind Exzentermaschinen besser geeignet. Sie sind relativ gutmütig, haben einen geringeren Lackabtrag und man kann damit hologrammfrei polieren. Rotationsmaschinen haben mehr Biss, sind aber schwieriger in der Handhabung.
                      2. Polierpads in unterschiedlichen Härtegraden und Größen. Die Pads haben nur eine begrenzte Haltbarkeit und müssen während einer Fahrzeugaufbereitung öfter gereinigt werden.
                      3. Poliertücher/Microfasertücher. Mit diesen Tüchern werden die Polierreste vom Lack abgenommen oder Wachse und Versiegelungen auspoliert. Hier sollte man genügend haben und nach Gebrauch werden sie in der Waschmaschine gewaschen.
                      4. Polituren in unterschiedlichen Abstufungen, grob, mittel und fein.
                      5. Einen trockenen Platz zum Arbeiten an dem das Fahrzeug auch bei einer mehrtägigen Bearbeitung stehen bleiben kann.
                      6. Starker Strahler um den Lackzustand und den Fortschritt während der Bearbeitung besser beurteilen zu können.
                      7. Abklebeband zum Schutz empfindlicher Teile und Stellen
                      8. Schutzhandschuhe, eventl. Schutzbrille uvm.


                      Kaufen kann man fast alles im Netz. Als Mitglied im Autopflegeforum bekommt man z.B. bei Lupus Autopflege Rabatt und ich war mit dem Service immer sehr zufrieden.


                      Pininfarina Spidereuropa 2,0 DS 1983 rot, seit 2/1984, nach 9 Monaten vom Erstbesitzer gekauft.
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                      • #12
                        Jetzt die versprochene kurze Zusammenfassung zu meinem Vorgehen beim Naßschleifen. Ich habe diese Methode bisher bei drei Oldies angewandt. Alle hatten einen relativ weichen Unilack ohne Klarlack.
                        1. Waschen und eventuell mit Reinigungsknete vorbehandeln.
                        2. Kanten, Fugen, Gummidichtungen, Griffe usw. abkleben oder demontieren.
                        3. Naßschleifpapier wässern. Je nach Lackbild mit angepasster Körnung (1500 – 2500) schleifen. Immer nur in eine Richtung schleifen. Ich habe ohne Schleifklotz geschliffen, ein halbiertes Blatt Schleifpapier direkt mit der ganzen Hand bewegt. Eventuell mit feinerer Körnung (2500 – 3000) in Querrichtung schleifen. Abrieb auf Schleifpapier und Lackoberfläche regelmäßig abwaschen. Zwischendurch immer wieder trocken wischen und Fortschritt kontrollieren.
                        4. Mit grober Politur(400er), hartem Pad und Rotationsmaschine aufpolieren. Im obigen Beispiel habe ich mit viel Druck und geringer Laufgeschwindigkeit der Maschine das beste Ergebnis erzielt. Immer in kleinen Abschnitten (40 x 40 cm) arbeiten. Nach 3-4 solcher Flächen musste das Pad ausgewaschen werden. Mache ich mit Warmwasser und kräftig Spüli, das ich ins Pad einmassiere und wieder klar auswasche. Anschließend einen Durchgang mit mittlerer Politur und zum Schluß fein mit der Exzentermaschine.
                        5. Als Abschluß sollte zum Schutz des frischen Lacks eine Versiegelung oder ein Wachs aufgetragen werden.


                        Immer abschnittsweise arbeiten. Nicht zu nahe an schwer zugängliche Stellen heranschleifen, sonst wird es sehr schwierig das später zu polieren, zum Beispiel das Fiat Emblem auf der Haube, hier ca 1 cm Abstand halten. Auch die schwierigen Blechformen, mit vielen kleinen verwinkelten Flächen, z.B. Heckblech unter dem Kofferdeckel mit Leuchten und Kennzeichen usw., würde ich nur teilweise bearbeiten. Der Aufwand steht in keinem Verhältnis zur Wirkung.

                        Hier noch ein Link zu einem Bericht im Autopflegeforum. Dieser Bericht hat mich dazu motiviert es auch zu wagen. https://www.autopflegeforum.eu/forum/index.php/Thread/21191-Audi-A4-B6-ebonyschwarz-Definitive-Wax-Ostendo-Swizöl-Concorso-–-Handgeschliffen/


                        Grüße, viel Spaß und gutes Gelingen.
                        Joachim
                        Zuletzt geändert von jojo; 18.05.2020, 10:05.
                        Pininfarina Spidereuropa 2,0 DS 1983 rot, seit 2/1984, nach 9 Monaten vom Erstbesitzer gekauft.
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                        • #13
                          vielen lieben dank für deinen tollen bericht

                          ich werde das lieber erstmal an einem kofferraumdeckel oder türe die noch hier im lager stehen , ausprobieren
                          gruß
                          holger
                          spider-krefeld

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                          • #14
                            Zitat von Holger Beitrag anzeigen
                            ich werde das lieber erstmal an einem kofferraumdeckel oder türe die noch hier im lager stehen , ausprobieren
                            Ja, das ist sehr empfehlenswert.

                            Pininfarina Spidereuropa 2,0 DS 1983 rot, seit 2/1984, nach 9 Monaten vom Erstbesitzer gekauft.
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                            • #15
                              Hallo,
                              ich habe das im Winter auch an meinem (selbst) lackiertem Wagen durchgeführt. Mit dem gleichen beeindruckendem Ergebnis.
                              meine Vorgehensweise war:

                              800er NassSchleifpapier vorsichtig per Hand (wegen evt. Schleifkratzer nur im Bereich von Lackläufern)
                              1200er komplett per Hand
                              3000er und 5000er komplett per Hand (das geht eigentlich recht schnell)

                              dann Polierpaste von ROTWEISS
                              abschließend Anti-Hologramm Politur von ROTWEISS, per Excenter jeweils mit dem dazu passenden Polierpad und so lange bis sich die Politur trocken ausreibt - man sieht dann schon wie der tiefe HochGlanz kommt
                              zum Schluss waschen und mit dem Mikrofasertuch polieren

                              An dieser Stelle aber der Hinweis:
                              Orangenhaut entsteht bei zu wenig Lackauftrag. Das wird durchs Glattschleifen nicht besser. Die Oberfläche wird immer empfindlicher und man verliert die Möglichkeit später Kratzer rauszupolieren. Besser wäre es wohl noch eine neue bessere Klarlackschicht aufzutragen.
                              Und das am liebsten zeitnah nach der ersten Lackierung.

                              Grüße
                              Stefan

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